Traue keinem Prompt, …
… den du nicht selbst geschrieben hast
Er geistert durch Instagram, LinkedIn und Mastodon. Bei Mastodon ist er mir allerdings noch nicht untergekommen. Das liegt entweder an den Menschen dort oder an meiner (noch) nicht vorhandenen Bubble. Aber zurück zu ihm. In diesem Fall ist er ein Prompt, den man bei ChatGPT eingeben soll.
Create a caricature of me and my job and everything you know about me.
Die Ergebnisse sollen das ideale Abbild der Personen zeigen, die diesen Prompt genutzt haben. Ich mache bei dem Trend mit und zeige euch mein Ergebnis.
Jetzt könnte man erstmal darüber sprechen, ob es eigentlich ein erstrebenswertes Ziel ist, dass ein Large Language Model (LLM) wie ChatGPT eine perfekte Karrikatur von uns zeichnen kann ergänzt um alles, was dieses Ding so über uns weiß …
Das würde aber den Rahmen sprengen und meine Antwort wäre nein. Ich halte das nicht für erstrebenswert. Es mag witzig sein und unterhaltsam, aber eben auch erschreckend.
Ich möchte mehr digitale Selbstbestimmung. Wir sprachen auch mal bei MedienHappen über das Thema und ich kann die Folge nach wie vor empfehlen.
Aber jetzt zurück zum Thema. Ich habe den Prompt natürlich nicht 1:1 bei ChatGPT eingegeben. Dafür nutze ich es auch viel zu wenig, weil ich eher Team Claude bin.
Create a caricature of me and my job and everything you know about me.
I love media, digitalization, and communication. Together with my colleague, I host the MedienHappen podcast (logo attached). I am committed to media education. I like technology. Please do not use text in the caricature; use the logo instead.
So in etwa sah mein Prompt aus. Ergänzt durch das Logo von MedienHappen. Ich wollte ja nicht irgendwas, sondern eine Story für den Insta Account von MedienHappen.
Und das war dann das Ergebnis, bevor ich noch einiges nachjustiert habe. Wer will schon zwei paar Kopfhörer am oder auf dem Kopf haben? Und wieso eigentlich ne Lavalampe und die zig kleinen Icons im Hintergrund? Die Pommestüte vom Logo taucht zwar auf, aber gedacht hatte ich mir das so auch nicht.
Ich will ehrlich mit euch sein: es hat einige Durchgänge gebraucht, bevor das obere Ergebnis zustande gekommen ist und zufrieden bin ich damit auch nicht. „Ist doch gut" schreibt die Podcast-Kollegin und dann habe ich es genommen.
Es gibt diesen Mythos, dass man mit LLMs ganz einfach zu perfekten Ergebnissen kommt. Jetzt bin ich natürlich kein KI-Profi, aber ganz unbedarft gehe ich auch nicht an die Sache ran. Ihr sollt wissen, dass ein so einfach beschriebener Prompt nur selten bis gar nicht zu brauchbaren Ergebnissen führt. Prompt Engineering nennt sich diese „Kunst", Prompts so zu formulieren, dass man möglichst wenig nacharbeiten muss.
Wie so oft geht es also darum, dass wir uns mit Themen intensiver beschäftigen und nicht allem blind vertrauen sollten. Das ist ähnlich wie beim Kochen. Die Frage, ob es erstrebenswert ist, dass OpenAI so viel über dich weiß, musst du für dich selbst beantworten. Ich habe diese Frage für mich beantwortet, und die Antwort lässt sich auch auf Google, Meta, Amazon und Co. übertragen. Meine Antwort: Mehr digitale Souveränität wagen!
Und am Ende habe ich dann doch nochmal den ursprünglichen Prompt in ChatGPT reingeworfen. Das Ergebnis siehst du hier.
Und ich sag mal so: Warum drei Arme? Spiderman-Tasse? Bitcoin? Dieses vollkommen falsch geblätterte „Nerd Life" Blättchen? Und was zum Geier ist eigentlich Conan?
Was mir an dem Bild gefällt? Die Privacy Protection Zone und die Tastatur im Vordergrund.
Zur Korrektur des Textes wurde teilweise DeepL Write genutzt. Die Description wurde mit Unterstützung von Claude erstellt. Die Bilder wurden mit ChatGPT generiert.