Vergangenheit oder Zukunft? Gegenwart.

Ich habe vor kurzer Zeit meine Website komplett über den Haufen geworfen. Habe mich satt gesehen. War unzufrieden mit Inhalten und dem was war. Ein befreiendes Gefühl. Irgendwie. Und dazu fragen dann Menschen nach vergangenen Anleitungen, Erklärungen, Beiträgen. Irgendwie auch schön, zumindest das Gefühl für mich. Gleichzeitig stelle ich meine Entscheidung direkt in Frage.

Aber von vorne

Die letzten zwei Jahre haben mein Leben auf den Kopf gestellt. Klar, die Geburt unseres Sohnes vor über drei Jahren hat das auch getan. Aber die letzten zwei Jahre waren nochmal anders. Corona. Beruflich hat sich viel verändert und privat noch viel mehr. Wie bei vielen? Ich weiß es nicht. Bei mir ist es zumindest so. Dazu kam letztes Jahr die Geburt unserer Tochter. Wir sind also zu viert. Eltern von zwei kleinen Kindern. Neben Beruf und Familie bleibt wenig Zeit für Freunde, für selbstbestimmtes Leben.

Kinder nehmen uns ein. Ich liebe sie. Über alles. Sie brauchen uns. Ich brauche sie. Und bei all dem nehmen sie uns viele Freiheiten. Das ist ok und gehört dazu. Ob Menschen das um mich herum verstehen? Ich weiß es nicht. Manchmal zweifle ich. Meistens hoffe ich. Ich hoffe, dass sie Verständnis haben und die Zeiten sich ändern werden. Und das tun sie.

Vornehmen und was bleibt

Und dann nehme ich mir auch für diese Seite immer so viel vor. Tolle Anleitungen für euch. Workshops. Online-Angebote. Wissen teilen. Mein Kopf ist voll. Auf die Straße bekomme ich das nicht so richtig.

2021 habe ich ein neues Business gegründet. Und das erste Jahr lief gut. Richtig gut. Es macht mir Freude. Und gleichzeitig wird die sowieso knappe Zeit noch knapper. Die Stimmung ist häufig im Keller. Vielleicht auch kein Wunder. Wo bleiben eigentlich wir selbst? Wo bleibe ich?

Es braucht Fokus. Aber wie?

Fokus ist das Stichwort. Ich kann viele Dinge gut. Einige besser, andere schlechter. Aber so richtig gut kann ich nichts. Das will ich bessern. Es braucht Fokussierung auf eine Auswahl an Themen. Kommt.

Und das hier wird wohl der persönlichste Beitrag an dieser Stelle bleiben. Künftig lest ihr mehr zu Social Media, Digitalisierung, digitale Veranstaltungen und digitale Kirche. Und sicher auch darüber, wie das Leben mit zwei Kindern ist. Mit Arbeit. Mit eigenem Unternehmen. Fokus? Ich versuche es.

Und wenn euch was interessiert oder nervt. Wenn ihr Themenwünsche oder Anmerkungen habt. Meldet euch bei mir. Danke.

Und einmal wären wir fast …

Wir schreiben das Jahr 2002. Ein paar Freunde haben die Picture Community snappa.de gegründet und sind ständig dabei weitere Features auf den Markt zu bringen. Eigene Profile, eigene Bildergalerien, Kommentarmöglichkeiten und noch so einiges mehr. Man sitzt in einem kleinen Raum und entwickelt gemeinsam. Bei ekeliger TK-Pizza, ungesundem Trinken und einem live-Relaunch mit Webcam und Countdown.

snappa.de – damals ein Hobby. Aber eines mit hohem Bekanntheitsgrad hier oben im Norden.

snappa.de – schlaflose Nächte, feiernde und fröhliche Menschen. Bilder bearbeitet und, noch bevor die ersten Menschen nach der Party nach Hause gingen, hochgeladen.

snappa.de – Menschen den Raum gegeben Nachrichten auszutauschen, Kommentare abzugeben und vieles mehr.

snappa.de – eine Beschreibung:

,,Langsam aber sicher zum Erfolg“, unter diesem Titel könnte man das Projekt snappa.de stellen. Vor drei Jahren (2002) ins Leben gerufen ist snappa.de heute im friesichen Raum ein bekanntes Event und Community Portal.
Mit fast einer halben Million Seitenaufrufen im Monat, ist snappa.de das Portal für ihre Werbung und Vermarktung!

Das Team von snappa.de kümmert sich um die Berichterstattung in Bild und Wort und manifestiert somit Ihre Veranstaltung auch weiter im Gedächnis Ihres Publikums und Ihrer Kundschaft. (via)

Facebook? Gab es zu dieser Zeit noch nicht. VZ-Netzwerke? Gab es zu dieser Zeit noch nicht.

Am 8. Oktober 2007 haben wir snappa.de dann aber abgeschaltet. Die User konnten ihre eigenen Bilder noch lange weiter downloaden – Neuigkeiten und weitere Uploads gab es aber nicht mehr.

snappa.de – warum ist es nicht mehr da?

Als ich Christoph Gerken, Hauptprogrammierer von damals und den Geist der ganzen Idee, vor ein paar Tagen (bei Facebook) fragte, wieso wir eigentlich nicht weiter gemacht haben kam die nüchterne Aussage:

Frag nicht, ich kann the Social Network nur mit viel Alkohol ertragen …

Eine Aussage, die ich nur ganz dick unterstreichen kann. Ehrlich gesagt weiß ich auch gar nicht mehr so richtig wieso wir aufgehört haben. Vielleicht wegen der Konkurrenz, vielleicht wegen unseren zeitlichen und finanziellen Ressourcen? Vielleicht sind das aber auch nur Ausreden? Ich weiß es nicht.

Aber was lernen wir daraus eigentlich? Dass Julia Engelmann so viel richtiges und wahres gesagt hat. Und ja, sie ist mir aktueller im Ohr denn je.

“(…) und eines Tages, baby, werden wir alt sein, oh baby, und an all die Geschichten denken, die wir hätten erzählen können.
Und die Geschichten, die wir dann stattdessen erzählen werden – traurige Konjunktive sein wie
Ein mal bin ich fast einen Marathon gelaufen
und hätte fast die Buddenbrooks gelesen
und einmal wär´ ich beinah bis die Wolken wieder lila war´n noch wach gewesen
und einmal, fast hätten wir uns mal demaskiert und gesehen wir sind die gleichen
und dann hätten wir uns fast gesagt, wie viel wir uns bedeuten.
(…)

Hätten wir doch den Mut gehabt. Hätten wir die Hürden überwunden. Hätten wir weitergemacht. Hätten wir in die Zukunft geblickt.

Und einmal wären wir fast … Mark Zuckerberg zuvorgekommen!? Wer weiß das schon.

Und jetzt?