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Spenden-Tool-Aus und was wir daraus lernen

In meinen Social Media Workshops habe ich den Teilnehmenden öfter mal gesagt, dass sie bei allen Aktivitäten im Blick haben sollten, was passiert, wenn Facebook morgen offline ist. Natürlich ist das ziemlich hypothetisch. Es macht aber hoffentlich deutlich, dass die eigenen Aktivitäten und die Aktivitäten von Organisationen nicht ausschließlich auf einer einzigen externen Plattform stattfinden sollten.

Und so schiebt sich heute zwar nicht die Nachricht über den Ticker, dass Facebook schließt, aber Meta hat dennoch für alle Menschen im Online-Fundraising-Bereich eine zum Teil durchaus einschneidende Nachricht veröffentlicht:

Zum 1. Juli 2024 stehen die derzeitigen Spenden-Tools Wohltätigkeitsorganisationen im Europäischen Wirtschaftsraum auf unseren Plattformen nicht mehr zur Verfügung.

Das durchaus beliebte Tool von Meta wird also mit Ablauf des 30. Juni 2024 im Europäischen Wirtschaftsraum eingestellt und das kann gerade für kleinere Organisationen, die ausschließlich auf das Spenden-Tool von Meta gesetzt haben, Auswirkungen haben.

Welche Alternativen es gibt haben Jörg Reschke und Maik Meid in einem Beitrag auf sozialmarketing.de zusammengefasst. Danke an dieser Stelle für die wirklich spontane und schnelle Zusammenfassung.

Unterm Strich

In einem offenen Wort am Ende fassen die beiden etwas zusammen, was sich mit meiner Aussage am Anfang deckt und was ich noch einmal unterstreichen möchte. Sie schreiben:

Um es ganz konkret zu sagen: Spätestens jetzt sollten Online-Fundraising betreibende Organisationen ihre Strategien auf weitere Abhängigkeiten überprüfen und Spender:innen-Gewinnung über nicht kontrollierbare Tools, auf die sie keinen Einfluss haben oder die nicht transparent sind hinterfragen. (…) Spendenformulare können ausgetauscht werden. Der Content wird zu Hause ausgespielt, dort haben Organisationen volle Kontrolle. Transaktionen auf der Website gehören der Organisation, verbunden mit dem Vorteil der Adressgewinnung und im Idealfall auch dem eigenständig einholbaren Opt-In für die digitale Kommunikation.

Es geht am Ende doch darum, dass die gute alte eigene Website immernoch zu häufig unterschätzt oder gar lieblos behandelt wird, während Organisationen viel Energie in Social Media Arbeit stecken.

Mit einem Blick auf unterschiedliche Medientypen gehört die Website zu den so genannten Owned Media, also zu Medien die der Organisation selbst gehören. Das bringt im Bezug auf die Website viele Vorteile mit sich:

  1. die Organisation kann selbst über Gestaltung und Inhalte entscheiden
  2. generierte Daten landen dort wo sie weiterverarbeitet werden können
  3. ist (im besten Fall) flexibel und schnell an aktuelle Entwicklungen anpassbar.

Auch hier sei natürlich gesagt, dass die Website nicht das einzige sinnvolle Medium ist, im Medienmix aber zu häufig vernachlässigt wird.

Egal ob ihr vom Spenden-Tool-Aus betroffen seid oder nicht, schaut doch immer mal wieder auch kritisch auf die eigene Website.