Was ist eigentlich Medienkompetenz?

Gemeinsam mit Gina zu Jeddeloh, Medienpädagogin in der Arbeitsstelle Religionspädagogik der Ev.-Luth. Kirche in Oldenburg, starte mit MedienHappen ein neues Podcast-Format.

Im Podcast MedienHappen vermitteln wir in kleinen, leicht verdauliche Informationshappen, auf unterhaltsame und informative Weise, Wissen über Medienbildung.

Wir sprechen in der aktuellen Folge über Medienkompetenz und über die Herausforderungen in der heutigen digitalen Welt, wie z.B. die Flut von Informationen, den Umgang mit KI und die ethischen Fragen, die damit einhergehen.

Hier ist der Podcast zu hören

Spenden-Tool-Aus und was wir daraus lernen

In meinen Social Media Workshops habe ich den Teilnehmenden öfter mal gesagt, dass sie bei allen Aktivitäten im Blick haben sollten, was passiert, wenn Facebook morgen offline ist. Natürlich ist das ziemlich hypothetisch. Es macht aber hoffentlich deutlich, dass die eigenen Aktivitäten und die Aktivitäten von Organisationen nicht ausschließlich auf einer einzigen externen Plattform stattfinden sollten.

Und so schiebt sich heute zwar nicht die Nachricht über den Ticker, dass Facebook schließt, aber Meta hat dennoch für alle Menschen im Online-Fundraising-Bereich eine zum Teil durchaus einschneidende Nachricht veröffentlicht:

Zum 1. Juli 2024 stehen die derzeitigen Spenden-Tools Wohltätigkeitsorganisationen im Europäischen Wirtschaftsraum auf unseren Plattformen nicht mehr zur Verfügung.

Das durchaus beliebte Tool von Meta wird also mit Ablauf des 30. Juni 2024 im Europäischen Wirtschaftsraum eingestellt und das kann gerade für kleinere Organisationen, die ausschließlich auf das Spenden-Tool von Meta gesetzt haben, Auswirkungen haben.

Welche Alternativen es gibt haben Jörg Reschke und Maik Meid in einem Beitrag auf sozialmarketing.de zusammengefasst. Danke an dieser Stelle für die wirklich spontane und schnelle Zusammenfassung.

Unterm Strich

In einem offenen Wort am Ende fassen die beiden etwas zusammen, was sich mit meiner Aussage am Anfang deckt und was ich noch einmal unterstreichen möchte. Sie schreiben:

Um es ganz konkret zu sagen: Spätestens jetzt sollten Online-Fundraising betreibende Organisationen ihre Strategien auf weitere Abhängigkeiten überprüfen und Spender:innen-Gewinnung über nicht kontrollierbare Tools, auf die sie keinen Einfluss haben oder die nicht transparent sind hinterfragen. (…) Spendenformulare können ausgetauscht werden. Der Content wird zu Hause ausgespielt, dort haben Organisationen volle Kontrolle. Transaktionen auf der Website gehören der Organisation, verbunden mit dem Vorteil der Adressgewinnung und im Idealfall auch dem eigenständig einholbaren Opt-In für die digitale Kommunikation.

Es geht am Ende doch darum, dass die gute alte eigene Website immernoch zu häufig unterschätzt oder gar lieblos behandelt wird, während Organisationen viel Energie in Social Media Arbeit stecken.

Mit einem Blick auf unterschiedliche Medientypen gehört die Website zu den so genannten Owned Media, also zu Medien die der Organisation selbst gehören. Das bringt im Bezug auf die Website viele Vorteile mit sich:

  1. die Organisation kann selbst über Gestaltung und Inhalte entscheiden
  2. generierte Daten landen dort wo sie weiterverarbeitet werden können
  3. ist (im besten Fall) flexibel und schnell an aktuelle Entwicklungen anpassbar.

Auch hier sei natürlich gesagt, dass die Website nicht das einzige sinnvolle Medium ist, im Medienmix aber zu häufig vernachlässigt wird.

Egal ob ihr vom Spenden-Tool-Aus betroffen seid oder nicht, schaut doch immer mal wieder auch kritisch auf die eigene Website.

Social Media & KI: Neue Wege für Non-Profit-Organisationen

Webinar im Rahmen der Veranstaltungsreihe FUNDRAISING.DIGITAL vom Haus des Stiftens am 18. April 2024

Bei diesem Webinar habe ich darüber gesprochen wie KI bei der Ideenfindung, Content-Planung und Medienproduktion unterstützen kann. Außerdem gab es einen Einblick in innovative KI-Tools. Die Unterlagen und Aufzeichnung stehen, neben vielen weiteren spannenden Webinaren, beim Haus des Stiftens zur Verfügung.

Archiv FUNDRAISING.DIGITAL

Aufzeichnungen und Materialien zu den acht Webinaren der FUNDRAISING.DIGITAL 2024.

Titelbild: generiert mit Midjourney

Wonderlink als datenschutzkonforme Lösung für Linktrees

Instagram bietet jetzt die Möglichkeit, bis zu fünf externe Links im Profil anzugeben. Linktree wurde in der Vergangenheit oft verwendet, ist aber nicht DSGVO-konform. Eine bessere Alternative ist Wonderlink, das DSGVO-konform einsetzbar ist und in Deutschland gehostet wird. In diesem Blogbeitrag erfährst du mehr darüber.

Seit Kurzem besteht die Möglichkeit im Instagram Profil bis zu fünf externe Links anzugeben. So kannst du Follower beispielsweise auf die eigene Website, den Shop oder spezielle Bereiche auf der Website führen.

In der Vergangenheit kamen hier häufig so genannte Linktrees zum Einsatz. Linktrees sind spezielle Landing-Pages auf denen dann beliebig viele Links platziert werden können, damit beispielsweise die neusten Veranstaltungen direkt neben dem eigenen Podcast und der Website aufrufbar sind. Der kurze Hinweis „Link in der Bio“ unterm Insta-Beitrag hat sich eingebürgert wie das Burger-Menü auf responsiven Websites.

Der Stolperstein: DSGVO

Dabei ist der bekannteste Anbieter „Linktree“ leider nicht DSGVO konform nutzbar. Erreicht ein User eine Linktree-Seite, werden personenbezogene Daten abgegriffen, in Nutzerprofile umgewandelt und damit gearbeitet. Nach der DSGVO ist das nicht zulässig und kann zu entsprechenden Strafen führen.

Eine DSGVO konforme Lösung ist dahingegen Wonderlink. Die Server von Wonderlink stehen in Deutschland, es werden keine Cookies eingesetzt und keine Tracking-Tools. Das sagen die Macher von Wonderlink zu und stehen dahinter.

Ich selbst setze Wonderlink bei unterschiedlichen Projekten ein und bin zufrieden mit der Funktionsweise. In der Basisversion ist Wonderlink kostenlos. Dann sind die Funktionen allerdings gegenüber der Pro-Version etwas eingeschränkt, die es für 5 Euro im Monat gibt.

Transparenzhinweis

Dies ist natürlich keine Rechtsberatung, aber vor groben Fehlern möchte ich dich dennoch gerne bewahren. Außerdem bekomme ich von Wonderlink keine Gegenleistung für diesen Beitrag.

Und einmal wären wir fast …

Wir schreiben das Jahr 2002. Ein paar Freunde haben die Picture Community snappa.de gegründet und sind ständig dabei weitere Features auf den Markt zu bringen. Eigene Profile, eigene Bildergalerien, Kommentarmöglichkeiten und noch so einiges mehr. Man sitzt in einem kleinen Raum und entwickelt gemeinsam. Bei ekeliger TK-Pizza, ungesundem Trinken und einem live-Relaunch mit Webcam und Countdown.

snappa.de – damals ein Hobby. Aber eines mit hohem Bekanntheitsgrad hier oben im Norden.

snappa.de – schlaflose Nächte, feiernde und fröhliche Menschen. Bilder bearbeitet und, noch bevor die ersten Menschen nach der Party nach Hause gingen, hochgeladen.

snappa.de – Menschen den Raum gegeben Nachrichten auszutauschen, Kommentare abzugeben und vieles mehr.

snappa.de – eine Beschreibung:

,,Langsam aber sicher zum Erfolg“, unter diesem Titel könnte man das Projekt snappa.de stellen. Vor drei Jahren (2002) ins Leben gerufen ist snappa.de heute im friesichen Raum ein bekanntes Event und Community Portal.
Mit fast einer halben Million Seitenaufrufen im Monat, ist snappa.de das Portal für ihre Werbung und Vermarktung!

Das Team von snappa.de kümmert sich um die Berichterstattung in Bild und Wort und manifestiert somit Ihre Veranstaltung auch weiter im Gedächnis Ihres Publikums und Ihrer Kundschaft. (snappa)

Facebook? Gab es zu dieser Zeit noch nicht. VZ-Netzwerke? Gab es zu dieser Zeit noch nicht.

Am 8. Oktober 2007 haben wir snappa.de dann aber abgeschaltet. Die User konnten ihre eigenen Bilder noch lange weiter downloaden – Neuigkeiten und weitere Uploads gab es aber nicht mehr.

snappa.de – warum ist es nicht mehr da?

Als ich Christoph Gerken, Hauptprogrammierer von damals und den Geist der ganzen Idee, vor ein paar Tagen (bei Facebook) fragte, wieso wir eigentlich nicht weiter gemacht haben kam die nüchterne Aussage:

Frag nicht, ich kann the Social Network nur mit viel Alkohol ertragen …

Eine Aussage, die ich nur ganz dick unterstreichen kann. Ehrlich gesagt weiß ich auch gar nicht mehr so richtig wieso wir aufgehört haben. Vielleicht wegen der Konkurrenz, vielleicht wegen unseren zeitlichen und finanziellen Ressourcen? Vielleicht sind das aber auch nur Ausreden? Ich weiß es nicht.

Aber was lernen wir daraus eigentlich? Dass Julia Engelmann so viel richtiges und wahres gesagt hat. Und ja, sie ist mir aktueller im Ohr denn je.

“(…) und eines Tages, baby, werden wir alt sein, oh baby, und an all die Geschichten denken, die wir hätten erzählen können.
Und die Geschichten, die wir dann stattdessen erzählen werden – traurige Konjunktive sein wie
Ein mal bin ich fast einen Marathon gelaufen
und hätte fast die Buddenbrooks gelesen
und einmal wär´ ich beinah bis die Wolken wieder lila war´n noch wach gewesen
und einmal, fast hätten wir uns mal demaskiert und gesehen wir sind die gleichen
und dann hätten wir uns fast gesagt, wie viel wir uns bedeuten.
(…)

Hätten wir doch den Mut gehabt. Hätten wir die Hürden überwunden. Hätten wir weitergemacht. Hätten wir in die Zukunft geblickt.

Und einmal wären wir fast … Mark Zuckerberg zuvorgekommen!? Wer weiß das schon.

Und jetzt?