Digitale Jugendarbeit

Die Corona-Pandemie hat in beinahe allen Bereichen unseres Lebens für einen massiven Digitalisierungs-Schub gesorgt. Gleichzeitigt wirkt dieser Schub manchmal wie ein Bumerang: die Pandemie ist noch lange nicht beendet und trotzdem sehnen sich so viele Menschen nach einem “Früher” und denken, dass digitale Angebote überflüssig werden.

Dabei sollte dieser Schub doch nur in eine Richtung schieben: vorwärts.

Bei Digitalisierung geht es schließlich keineswegs darum analoge Angebote zu verdrängen. Vielmehr geht es darum neue Dinge zu schaffen oder bestehende Prozesse zu optimieren.
Neue Angebote für neue Zielgruppen zum Beispiel, weil nicht alle jungen Menschen zu jeder Zeit an jeden Ort gebracht werden können – oder es überhaupt wollen. Weil digitale Angebote Teilhabe ermöglichen.

Gemeinsam mit dem Landesjugendring Niedersachsen e.V. haben wir die guten Erfahrungen mit digitalen Angeboten festgehalten. Im neuen Juleica-Handbuch “Digitale Jugendarbeit” blicken wir auf Angebote und Erfahrungen – nicht nur während der Pandemie – zurück und versuchen einen Überblick über Möglichkeiten, Chancen und Tools zu geben.

Die Broschüre steht als kostenfreier Download auf der Website vom Landesjugendring Niedersachsen zur Verfügung und kann gegen eine geringe Gebühr auch gedruckt bestellt werden.

Podcast-Tipp: Digitaler CO2 Fußabdruck

Google-Suchanfragen, Cloud-Dienste und überlaufende Mailpostfächer. All diese Dinge bestimmen unseren Alltag und kaum jemand macht sich dabei Gedanken über den Ressourcen-Verbrauch.

Im “WDR 5 Quarks – Wissenschaft und mehr”-Podcast vom 24. Mai 2022 geht es unter anderem um das Thema “Internetverbrauch: So machen wir das Netz grün

Im Podcast gibt es auch hilfreiche Tipps, wie wir als User unseren Beitrag leisten können.

Hören hier: https://www1.wdr.de/mediathek/audio/wdr5/quarks/wissenschaft-und-mehr/audio-gruenes-internet—affenpocken—renaturierung-100.html

Oder beim Podcast-Dealer des Vertrauens.

Fake News erkennen und mehr Medienkompetenz lernen

In der neuen Folge des DigitalLab Podcast dreht sich alles um das Thema Fake News und Medienkompetenz ganz allgemein. Gina zu Jeddeloh und ich geben den Hörenden hilfreiche Informationen und Arbeitsmaterialien mit an die Hand, um Medienkompetenz zu stärken und wo sich verlässliche Quellen finden.

Links und Materialien:

Hört gerne mal rein, nutzt die Materialien und sagt es weiter. Entweder bei  Spotify und Apple Podcasts oder direkt auf der Website.

Workation: New Work anywhere

Workation. Eine Zusammensetzung aus den beiden amerikanischen Begriffen „Work“ und „Vacation“ – also Arbeit und Urlaub in einem Wort. Und genau das bezeichnet eine Workation sehr genau: es geht um Arbeit und Urlaub.

Es geht bei einer Workation darum rauszukommen. Aus dem eigene Trott. Dem Alltag. Den immer gleichen Räumen. Und damit auch aus den immer gleichen Denkmustern.

New Work ist das Thema. Arbeit verändert sich. Berufe verändern sich. Wir verändern uns. Und damit auch unsere Ansprüche an das Leben. Familie und Beruf? Beruf und Familie? Freunde und Beruf und Familie? Freunde und Beruf und Familie und ich selbst? Vereinbarkeit.

Workation. Nicht für alle etwas, aber für einige. Für mich zum Beispiel alles andere als uninteressant. Und hier gibt es jetzt von mir eine Videoempfehlung. 14 Minuten? Ja. Nehmt euch die Zeit, es lohnt sich wirklich.

Aus der Videobeschreibung

Wir wussten nicht, ob es funktionieren würde, 23 Menschen aus 12 Organisationen für 30 Tage zu Coliving & Coworking zusammenzubringen. Wir waren uns auch nicht sicher, ob es eine gute Idee war, eine Strategiewoche mit allen Teammitgliedern in Präsenz aus der Corona-Pandemie heraus zu planen. Ob das Internet stabil läuft. Wie das mit den Kindern wird. Oder was die §ArbStättV dazu sagt. Kurzum: Wir hatten doch keine Ahnung.

Wenn mehr Organisationen, Führungskräfte und Mitarbeiter sich eingestehen würden, dass sie doch auch keine Ahnung haben, würden mehr Experimente erlaubt, mehr Fehler möglich, und bessere Learnings gemacht. Denn #Transformation und #Newwork gelingen nicht aus Erfahrung, sondern aus dieser Haltung.

Unsere organisationsübergreifende vierwöchige Workation ist schlussendlich nicht gescheitert. Denn wir sind ergebnisoffen und ohne Hypothesen hineingegangen und gerade deshalb mit unfassbar vielen unerwarteten Learnings über diese verrückte Employee Experience zurückgekehrt – die wir jetzt in diesem Video weitergeben können. Wir haben nämlich einen echten Film darüber gedreht.

moin! App in der Geflüchteten-Hilfe

Auf der Flucht sein. Alles aufgeben und in ein anderes Land. Ins Ungewisse. Alles verloren. Für mich unvorstellbar und in allen Gesprächen mit Kolleg*innen und anderen Menschen einfach nicht greifbar.

Ein Kollege nimmt in diesen Tagen flüchtende Menschen bei sich Zuhause auf. Bietet ihnen Schutz und einen Ort zum Ankommen – nach Wochen im Auto, irgendwo unterwegs zu einem unbekannten Ziel. In ein Land mit fremden Menschen, fremder Sprache, fremden Gewohnheiten.

Und immer bleibt die Frage: was kann ich tun? Ich habe mir selbst auf die Fahne geschrieben hilfreiche Informationen weiterzugeben. Informationen die Hilfsorganisationen helfen, die fragenden Menschen helfen Antworten zu finden.

Die moin! App spricht jetzt 100 Sprachen!

Als Nutzender der moin! App freue ich mich sehr, dass die App jetzt um eine Dolmetschendenfunktion erweitert wurde: “Ein digitaler Dolmetscher baut ab sofort sprachliche Barrieren zwischen Ukrainer:innen und Deutschen ab. Das erleichtert die Kommunikation zwischen vor dem Krieg Geflüchteten und Helfenden erheblich, denn wie Frank Villmow, Präsidiumsmitglied der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG), in der ZEIT sagt: „Wir bräuchten Hunderte Dolmetscher.””

Darüber hinaus stellt MANDARIN CARE, die Machenden der App, die moin! App inklusive Dolmetscher-Feature vorerst bis Jahresende kostenfrei zur Verfügung. So sollen Organisationen und Kommunen unterstützt werden, die sich für Geflüchtete engagieren.

Die moin! App

Die moin! App ist ein soziales Intranet, das Organisationen und Unternehmen hilft, die interne Kommunikation zu verbessern. Der datenschutzkonforme Messenger aus Deutschland sorgt für schnelle und sichere Kommunikation. Die App bringt Mitarbeitende an unterschiedlichen Orten zusammen und sorgt für kurze Kommunikationswege.

Mit moin! lassen sich Veranstaltungen organisieren, Absprachen treffen und auf einfachem Wege Abstimmungen durchführen. Mehr zu den Funktionen: moinapp.de

Interesse

Wenn du mit deiner Organisation die Kommunikation und Zusammenarbeit über die moin! App ausprobieren möchtest, nimm gerne Kontakt zu mir auf. Ich beantworte gerne die ersten Fragen und vermittle zielgerichtet zwischen deiner Organisation und den Machenden der App.

Das tue ich im übrigen ohne irgendwelche Gewinnabsichten oder Verträge mit MANDARIN CARE. Ich tue es aus Überzeugung und möchte helfen zu helfen.

DigitalLab – der Podcast

Gemeinsam mit meiner geschätzten Kollegin Gina zu Jeddeloh starte ich einen neuen Podcast: DigitalLab – der Podcast.

Gina ist Medienpädagogin in der Ev.-Luth. Kirche in Oldenburg und freiberuflich Fotografin – wenn es die Zeit denn zulässt. Sie ist gebürtige Oldenburgerin, die seit Kurzem das Dorfleben lebt – spießig mit Mähroboter und allem was dazugehört.

Während der Corona Pandemie haben wir mit anderen Kolleg*innen das DigitalLab initiiert. Das DigitalLab hat vom 15. September 2021 bis 30. März 2022 stattgefunden. Im Rahmen des DigitalLab gab es viele digitale Workshops aus den Bereichen Ausstattung/Technik, Datenschutz/Datenrecht, Mediendidaktik/Methoden, Medienethik und Social Media.

Ein Lichtblick am Ende einer Schaffenskrise?

Die Luft ist an vielen Stellen raus. Die Pandemie ist kein Sprint, sondern ein Marathon. So sagte es schon eine Kollegin im März/April 2020 und sie sollte Recht behalten.

Gleichzeitig gibt es so viele Menschen um mich herum, die sich das Leben von “früher” zurückwünschen und die letzten Jahre nur als Übergangslösung verbuchen.

Dabei bieten sich so viele positive und auch negative Erkenntnisse aus den letzten Jahren an, sie in die Entwicklung neuer Angebote und Formate einfließen zu lassen.

Schwung nutzen und #einfachmalmachen

Also nutzen wir den Schwung des DigitalLab und nehmen euch mit auf die weitere Reise. Erstmal im Podcast und dann auch darüber hinaus.

Ihr findet uns bei Insta (@digitallab.ol) oder unter digitallab-oldenburg.de. Hören könnt ihr uns bei SpotifyApple Podcasts und Co.

Komplexität und Sprachlosigkeit.

„Hohe Spritpreise führten zu Hamsterkäufen von Speiseöl“
„Bei 300.000 Neuinfektionen täglich wurde die Maskenpflicht aufgehoben“
„Eine Impfplicht scheiterte am Papiermangel“
„Der Verzicht auf Schnitzel wird als Bedrohung angesehen“
Unsere Kinder müssen später doch denken, dass ihr Geschichtsbuch von Bekifften geschrieben wurde. (inspiriert von @Nacktmagazin)

Manchmal hoffe ich, dass das alles nur ein Traum ist. Dass irgendwelche Rauschzustände bei mir diesen Blick auf unsere wunderbare Welt auslösen. Aber es ist kein Traum. Es ist harte Realität.

„Während Kinder in der Ukraine in belagerten und bombardierten Städten Wasser aus Pfützen trinken, fahren Hilde und Heinz bei uns mit dem SUV bei Aldi vor und prügeln sich um Mehl, Klopapier und Sonnenblumenöl. Diese Welt macht mich komplett fertig“ (via)

Zugegeben, etwas platt. Aber ja, diese Welt macht mich komplett fertig.

Sie macht mich sprachlos.

Und dann frage ich mich immer wieder: was kann ich tun. Ich ganz konkret. Und wir.
Ich scheitere an der Komplexität der Sache.

Was bringt es eigentlich der Welt, wenn ich das Auto stehen lasse? Wenn ich meinen Fleischkonsum verringere? Wenn ich den Computer während längerer Meetingpausen auch mal zuklappe? Wenn ich weniger egoistisch durch die Welt gehe?

Es ist ein komplexes Konstrukt. Krieg. Frieden. Klima. Pandemie. Und doch hängt vieles zusammen.

Wo also anfangen? Fleischverzicht im Jugendverband. Ein Beispiel. Ein Aufschrei und um es mit Worten des Vorstandes der ejo zu beschreiben doch so klar:

„Wir haben diesen Beschluss gefasst, weil wir als Evangelische Jugend den Auftrag haben Gottes Schöpfung zu bewahren. Wir wollen mit unserem Handeln und mit diesem Beschluss eine nachhaltige Lebensweise fördern und deutlich machen, dass wir im Jahr 2022 angekommen sind und nicht so weitermachen können wie bisher. Wir müssen uns selbst bewegen, an unseren Strukturen rütteln und Gewohntes hinterfragen.” (via)

Oder Anna-Nicole Heinrich, Präses der EKD, die es auf den Punkt bringt, warum Schnitzelverzicht für viele ein Problem ist: „Verzicht und Begrenzung scheinen uns so bedrohlich, dass wir lieber so lange weitermachen, bis es nicht mehr geht. Und dann bedroht uns auf einmal, dass wir jetzt umsteuern müssen.“

Viele kleine Dinge und Taten helfen uns dabei das große Ganze zu verändern. Wusstet ihr zum Beispiel, dass nur 20 % des in Deutschland angebauten Getreides von Menschen verzehrt werden – von Tieren hingegen 58 %?

Weniger Fleisch = mehr Getreide? Mehr Getreide = weniger Hungersnot? Weniger Hungersnot = mehr Gerechtigkeit? Mehr Gerechtigkeit = weniger Krieg? Es ist komplex.

Aber jede*r von uns kann einen Teil dazu beitragen.

Es geht gar nicht darum das eigene Leben komplett zu verändern. Aber es geht darum bewusster zu leben. Den eigenen Konsum zu überdenken und die Lebensweisen anzupassen. Das ist manchmal unbequem. Aber es gehört dazu.

Ich wünsche uns den Mut, die Kraft und die Ausdauer, weiterhin mit unseren Mitteln an einer gerechten Zukunft zu arbeiten. An einer enkelgerechten Zukunft. Einer Zukunft für uns alle und für alle die nach uns kommen werden.

Selig sind, die Frieden stiften.

Gedanken von mir zum Start in die Teamsitzung des Landesjugendpfarramtes am 31. März 2022.

Vergangenheit oder Zukunft? Gegenwart.

Ich habe vor kurzer Zeit meine Website komplett über den Haufen geworfen. Habe mich satt gesehen. War unzufrieden mit Inhalten und dem was war. Ein befreiendes Gefühl. Irgendwie. Und dazu fragen dann Menschen nach vergangenen Anleitungen, Erklärungen, Beiträgen. Irgendwie auch schön, zumindest das Gefühl für mich. Gleichzeitig stelle ich meine Entscheidung direkt in Frage.

Aber von vorne

Die letzten zwei Jahre haben mein Leben auf den Kopf gestellt. Klar, die Geburt unseres Sohnes vor über drei Jahren hat das auch getan. Aber die letzten zwei Jahre waren nochmal anders. Corona. Beruflich hat sich viel verändert und privat noch viel mehr. Wie bei vielen? Ich weiß es nicht. Bei mir ist es zumindest so. Dazu kam letztes Jahr die Geburt unserer Tochter. Wir sind also zu viert. Eltern von zwei kleinen Kindern. Neben Beruf und Familie bleibt wenig Zeit für Freunde, für selbstbestimmtes Leben.

Kinder nehmen uns ein. Ich liebe sie. Über alles. Sie brauchen uns. Ich brauche sie. Und bei all dem nehmen sie uns viele Freiheiten. Das ist ok und gehört dazu. Ob Menschen das um mich herum verstehen? Ich weiß es nicht. Manchmal zweifle ich. Meistens hoffe ich. Ich hoffe, dass sie Verständnis haben und die Zeiten sich ändern werden. Und das tun sie.

Vornehmen und was bleibt

Und dann nehme ich mir auch für diese Seite immer so viel vor. Tolle Anleitungen für euch. Workshops. Online-Angebote. Wissen teilen. Mein Kopf ist voll. Auf die Straße bekomme ich das nicht so richtig.

2021 habe ich ein neues Business gegründet. Und das erste Jahr lief gut. Richtig gut. Es macht mir Freude. Und gleichzeitig wird die sowieso knappe Zeit noch knapper. Die Stimmung ist häufig im Keller. Vielleicht auch kein Wunder. Wo bleiben eigentlich wir selbst? Wo bleibe ich?

Es braucht Fokus. Aber wie?

Fokus ist das Stichwort. Ich kann viele Dinge gut. Einige besser, andere schlechter. Aber so richtig gut kann ich nichts. Das will ich bessern. Es braucht Fokussierung auf eine Auswahl an Themen. Kommt.

Und das hier wird wohl der persönlichste Beitrag an dieser Stelle bleiben. Künftig lest ihr mehr zu Social Media, Digitalisierung, digitale Veranstaltungen und digitale Kirche. Und sicher auch darüber, wie das Leben mit zwei Kindern ist. Mit Arbeit. Mit eigenem Unternehmen. Fokus? Ich versuche es.

Und wenn euch was interessiert oder nervt. Wenn ihr Themenwünsche oder Anmerkungen habt. Meldet euch bei mir. Danke.

Und einmal wären wir fast …

Wir schreiben das Jahr 2002. Ein paar Freunde haben die Picture Community snappa.de gegründet und sind ständig dabei weitere Features auf den Markt zu bringen. Eigene Profile, eigene Bildergalerien, Kommentarmöglichkeiten und noch so einiges mehr. Man sitzt in einem kleinen Raum und entwickelt gemeinsam. Bei ekeliger TK-Pizza, ungesundem Trinken und einem live-Relaunch mit Webcam und Countdown.

snappa.de – damals ein Hobby. Aber eines mit hohem Bekanntheitsgrad hier oben im Norden.

snappa.de – schlaflose Nächte, feiernde und fröhliche Menschen. Bilder bearbeitet und, noch bevor die ersten Menschen nach der Party nach Hause gingen, hochgeladen.

snappa.de – Menschen den Raum gegeben Nachrichten auszutauschen, Kommentare abzugeben und vieles mehr.

snappa.de – eine Beschreibung:

,,Langsam aber sicher zum Erfolg“, unter diesem Titel könnte man das Projekt snappa.de stellen. Vor drei Jahren (2002) ins Leben gerufen ist snappa.de heute im friesichen Raum ein bekanntes Event und Community Portal.
Mit fast einer halben Million Seitenaufrufen im Monat, ist snappa.de das Portal für ihre Werbung und Vermarktung!

Das Team von snappa.de kümmert sich um die Berichterstattung in Bild und Wort und manifestiert somit Ihre Veranstaltung auch weiter im Gedächnis Ihres Publikums und Ihrer Kundschaft. (via)

Facebook? Gab es zu dieser Zeit noch nicht. VZ-Netzwerke? Gab es zu dieser Zeit noch nicht.

Am 8. Oktober 2007 haben wir snappa.de dann aber abgeschaltet. Die User konnten ihre eigenen Bilder noch lange weiter downloaden – Neuigkeiten und weitere Uploads gab es aber nicht mehr.

snappa.de – warum ist es nicht mehr da?

Als ich Christoph Gerken, Hauptprogrammierer von damals und den Geist der ganzen Idee, vor ein paar Tagen (bei Facebook) fragte, wieso wir eigentlich nicht weiter gemacht haben kam die nüchterne Aussage:

Frag nicht, ich kann the Social Network nur mit viel Alkohol ertragen …

Eine Aussage, die ich nur ganz dick unterstreichen kann. Ehrlich gesagt weiß ich auch gar nicht mehr so richtig wieso wir aufgehört haben. Vielleicht wegen der Konkurrenz, vielleicht wegen unseren zeitlichen und finanziellen Ressourcen? Vielleicht sind das aber auch nur Ausreden? Ich weiß es nicht.

Aber was lernen wir daraus eigentlich? Dass Julia Engelmann so viel richtiges und wahres gesagt hat. Und ja, sie ist mir aktueller im Ohr denn je.

“(…) und eines Tages, baby, werden wir alt sein, oh baby, und an all die Geschichten denken, die wir hätten erzählen können.
Und die Geschichten, die wir dann stattdessen erzählen werden – traurige Konjunktive sein wie
Ein mal bin ich fast einen Marathon gelaufen
und hätte fast die Buddenbrooks gelesen
und einmal wär´ ich beinah bis die Wolken wieder lila war´n noch wach gewesen
und einmal, fast hätten wir uns mal demaskiert und gesehen wir sind die gleichen
und dann hätten wir uns fast gesagt, wie viel wir uns bedeuten.
(…)

Hätten wir doch den Mut gehabt. Hätten wir die Hürden überwunden. Hätten wir weitergemacht. Hätten wir in die Zukunft geblickt.

Und einmal wären wir fast … Mark Zuckerberg zuvorgekommen!? Wer weiß das schon.

Und jetzt?

Digitale Synode

In der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), einer Gemeinschaft von 20 lutherischen, unierten und reformierten Kirchen in Deutschland, haben inzwischen viele Synoden digital stattgefunden. Eine Synode bezeichnet das höchste Gremium einer Kirche.

Eine digitale Synode zu veranstalten ist etwas anderes als ein Zoom Meeting zu starten und zu moderieren. Es hängen sehr viele – zum Teil sehr kleinteilige – Dinge an einer solchen Veranstaltung und in diesem Beitrag möchte ich von meinen Erfahrungen als Projektleitung berichten und vielleicht ein paar hilfreiche Tipps teilen.

Die 1. Digitale Synode der Ev.-Luth. Kirche in Oldenburg

Während wir in der Evangelischen Jugend Oldenburg unsere erste digitale Vollversammlung schon hinter uns gebracht haben, lag die Synode der oldenburgischen Kirche am 19. und 20. November noch vor den verantwortlichen Personen. Und so kam es auf Umwegen dazu, dass unsere Kirchenleitung mich am 5. November 2020 mit der Projektleitung für die 1. Digitale Synode der Ev.-Luth. Kirche in Oldenburg beauftragte – knapp 14 Tage vor der Tagung. Ein sportliches Vorhaben – aber nicht unmöglich. Und ich möchte vorwegnehmen, dass wir in Oldenburg die Synode ganz ordentlich durchgeführt haben.

Eine krasse Erfahrung. Aber eine schöne Erfahrung mit bleibenden Erinnerungen und so manch Augen öffnenden Momenten.

Angebote einholen, IT Infrastruktur testen und umbauen, Software einführen, Verhandlungen führen, Verträge eintüten, Teams zusammenstellen, Tische stellen, Räume messen und Aufgaben verteilen … und das ist lange noch nicht alles.

Wir unterstützten Synodale bei der Einrichtung ihres heimischen Arbeitsplatzes, schulten sie im Umgang mit Zoom und Polyas (einem Abstimmungstool) und standen für Rückfragen zur Verfügung. Wir halfen auch dabei innere Barrieren gegenüber digitalen Formaten abzubauen. Im Oberkirchenrat sorgten wir für eine bestmögliche Begleitung des Präsidiums und für die Einbindung anderer Personen wie die Kirchenleitung, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Finanzabteilung und und und.

Wir. Wir waren neben mir sehr engagierte digital affine Menschen, Synodenprofis, Hausmeister, Verwaltungsmitarbeitende, die IT Abteilung und und und.

Das Team Digital sorgt im Hintergrund für die technische Umsetzung

Der Aufbau

Für die Durchführung der Synode war uns wichtig, dass das Präsidium gemeinsam mit dem Synodenbüro und technisch verantwortlichen Personen an einem Ort zusammenkommt.

So sind Absprachen (besser) möglich und es entsteht für die Teilnehmenden zumindest dahingehend ein Gefühl der Normalität. Wir haben in einem großen Tagungsraum mit beinahe 140 Quadratmetern im Oberkirchenrat gemeinsam mit dem Präsidium, dem Synodenbüro und einem Team digital getagt.

An zwei Tischreihen konnten die Präsidiumsmitglieder ausgestattet mit Konferenzmikrofonen und Webcams der Synode folgen. Für Wortbeiträge gab es eine separate Kamera, die die sprechende Person „einfing“ und so auf die Bildschirme der Teilnehmenden brachte – gute Ton- und Bildqualität sind das A und O.

Von der Kapelle des Oberkirchenrates aus nahm die Kirchenleitung mit einem ähnlichen Aufbau an der Tagung teil. Hier platzierten wir – ebenfalls betreut von einer professionellen Kameratechnik – ein Redepult für Einbringungsreden und Diskussionsbeiträge.

In der Kapelle des Oberkirchenrates in Oldenburg

Für die Tagungsräume gab es Lüftungsbeauftragte, die im Rahmen eines Hygiene-Konzeptes für die regelmäßige Belüftung der Räume sorgte.

Die Tools

Zoom

Zoom bildet in diesen Zeiten wohl die Basis für sehr viele digitale Veranstaltungen und so verließen wir uns auch für die digitale Synode auf eines der besten Videokonferenztools am Markt.

Gemeinsam mit der Connect4Video konnten wir eine DSG-EKD (EKD-Datenschutzgesetz) konforme Lösung von Zoom an den Start bringen und profitieren davon auch in der Zukunft.

Öffentliche Abstimmungen, Breakout-Rooms und andere Funktionen von Zoom sind für viele Beteiligte bereits Bestandteile im Alltag gewesen und durch zwei Schulungsabende im Vorfeld bestand für Synodale die Möglichkeit den Umgang mit diesen Funktionen im Hinblick auf die Synode zu testen.

Mein Dank gebührt an dieser Stelle der Stabstelle Digitalisierung der EKD, die schon vor mehreren Monaten genau diese Lösung auf den Weg gebracht hat, die wir jetzt auch nach Oldenburg geholt haben.

POLYAS

POLYAS ist ein Anbieter von Online-Wahlsystemen mit Hauptsitz in Kassel. Dabei setzt das deutsche Unternehmen den Fokus auf den Schutz der Kundendaten. POLYAS ermöglicht mit den zertifizierten Tools geheime Online-Wahlen in Echtzeit.

Durch die Erfahrungen der EKBO (Evangelische Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz) und den geplanten Einsatz bei der EKD Synode haben auch wir uns für POLYAS entschieden.

Mit POLYAS ist es möglich geheim abzustimmen und Wahlen rechtskonform durchzuführen. Und das ganze System gibt es zu überschaubaren Kosten. Auf der Website von POLYAS besteht auch die Möglichkeit die Kosten im Vorfeld zu berechnen.

In der Durchführung ist das System weitgehend selbsterklärend und bei Fragen steht der Support freundlich und zuverlässig zur Verfügung.

OpenSlides

OpenSlides darf bei einer digitalen Veranstaltung mit meiner Beteiligung inzwischen nicht mehr fehlen. Leser*innen meines Blogs haben davon inzwischen vermutlich genug gehört und hier gibt es für alle Interessierten mehr zu lesen:

Bei der 1. Digitalen Synode der oldenburgischen Kirche haben wir OpenSlides allerdings vorwiegend im Hintergrund als Organisationstool genutzt. Die Redeliste konnte so dem Präsidium komfortabel zur Verfügung gestellt werden, Anträge und andere Unterlagen wurden entsprechend aufbereitet präsentiert und im Hintergrund sorgt das System dafür, dass beispielsweise Mitarbeitende der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit jederzeit Zugriff auf Beschlusstexte und Abstimmungsergebnisse haben.

Das Potenzial von OpenSlides im Bezug auf eine digitale Synode ist damit noch lange nicht ausgeschöpft: Anwesenheitslisten, Online-Abstimmungen, Materialpool und noch viel mehr wäre möglich bei einem Einsatz von OpenSlides.

Bei der ersten digitalen Landessynode der Nordkirche wurde OpenSlides umfangreicher eingesetzt. Mit Vor- und Nachteilen.

Mein Fazit

Besser und Optimierung geht immer. Insgesamt blicke ich aber durchaus zufrieden auf zwei sehr stressige Wochen zurück. Wochen mit Druck, Wochen mit wenig Zeit für die Famile und Freude, Wochen in denen ich mit tollen Kolleg*innen zusammenarbeiten durfte. Und Wochen in denen wir etwas unmöglich scheinendes auf die Beine gestellt haben.

Und irgendwie fällt mir auf, dass ich alle Themenbereiche nur ganz grob angerissen habe. Wenn du Interesse an Details hast, melde dich gern. Wenn mehr Menschen fragen, reiche ich gerne detaillierte Infos nach.

Digitale Synode in der oldenburgischen Kirche: Das können wir wieder machen. Aber mit mehr zeitlichem Vorlauf und mehr OpenSlides. Und vielleicht auch mit dem Blick darauf, dass die Digitalisierung eben kein Hirngespinst von einigen Menschen da draußen ist. Digitalisierung geht (zum Glück) nicht mehr weg.

Wir müssen da ran – auch an leitenden und verantwortlichen Stellen.